Auszeichnungen : Scherze und Seitenhiebe beim Bayerischen Kabarettpreis

«Christian Springer kennt sein Bayern in- und auswendig und schaut seinen Landsleuten tief in die Seele», begründete der Bayerische Rundfunk (BR), der den Preis gemeinsam mit dem Münchner Lustspielhaus vergibt, die undotierte Ehrung.

Grund genug für die Kabarettistin Monika Gruber, die Dinge wieder geradezurücken: «Wenn sie mich fragen, der Mann nervt, und zwar gewaltig», sagte sie in ihrer Laudatio – augenzwinkernd mit Blick auf die vielen Aktivitäten des 48-Jährigen. Springer feilt nicht nur an seinem Kabarettprogramm, sondern setzt sich auch für notleidende Menschen in Syrien ein. «Als Sechzger-Fan hat man die Leidenschaft für die Hilflosen wahrscheinlich im Blut», mutmaßte Gruber in Anspielung auf Springers Treue zum krisenerfahrenen Fußball-Zweitligisten 1860 München, bevor sie ihn dann doch für seine Freundschaft, seinen Scharfsinn und seinen Humor in höchsten Tönen lobte.

Starken Beifall gab es für den Liedermacher Konstantin Wecker, als er den Ehrenpreis bekam. «So ein Ehrenpreis, das ist ja immer eine ganz elegante Gelegenheit zu sagen, jetzt langt’s dann scho wieder», scherzte Laudatorin Luise Kinseher. Sie schwärmte aber gleich wieder: Wecker habe den Mut, alles neu und anders zu denken. Der Liedermacher, der sich politisch vor allem gegen Rechtsextremismus einsetzt, war sehr gerührt, als er sich ans Klavier setzte und sein Lied «Wut und Zärtlichkeit» spielte. Kurz darauf war er wieder realistisch. «Wenn man bedenkt, dass ich vor 40 Jahren angetreten bin, die Welt zu verändern – wenn ich mir die Welt jetzt so anschaue: Ich war’s nicht!»

Passend zum Genre Kabarett war auch bei den anderen Rednern vieles nicht bierernst. Bruno Jonas verriet, wie es ist, in einer Wohnung unter dem Musikpreisträger Andreas Rebers und seinem Akkordeon zu leben («Wenn er zwischendurch nicht kochen würde, hätten wir überhaupt keine Ruhe.»). Urban Priol witzelte über die Unionsparteien, die die Vorratsdatenspeicherung zur Mindestspeicherfrist machten. «Wozu sollen wir noch Daten speichern, wenn ein Anruf in Amerika genügt und schon weiß jeder alles?». Und Senkrechtstarter Max Uthoff sinnierte über seine langgestreckte Trophäe: «Wie ein Oscar nach einem Verkehrsunfall.»

Der BR und das Lustspielhaus vergeben den Kabarettpreis in diesem Jahr zum 15. Mal. Die Aufzeichnung der Preisverleihung soll am 19. Juli um 22.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt werden.

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