"Allerhöchste Anerkennung" vom König

Als „Deutscher Krieg von 1866“ und als „Deutsch-deutscher Bruderkrieg“ ist der Entscheidungskampf zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im Reich in die Geschichtsbücher eingegangen. Die letzte Schlacht des Krieges bei Helmstadt/Uettingen/Roßbrunn am 26. Juli 1866 gewann Preußen gegen das mit Österreich verbündete Bayern.

Bereits am 10. Juli war es zur Schlacht bei Kissingen gekommen. Die Bayern waren die Unterlegenen, marschierten in den Raum Schweinfurt und Würzburg und bezogen Quartier – auch in Sennfeld.

Willi Fehler, Nachfahre des damaligen Bürgermeisters Johann Fehler, stieß jüngst auf die Urkunde des „Staats-Ministerium des Inneren“ des Königreiches Bayern vom 17. Februar 1867, in der es heißt: „Seine Majestät der König haben allerhöchst Kenntnis zu nehmen gesucht, dass die Gemeinde Sennfeld im vorigen Jahr sich bei der gastfreundlichen Aufnahme der bayerischen Truppen besonders hervorragend und hierbei vor allem der Gemeinde-Vorsteher Fehler zu Sennfeld mitgewirkt hat.

Schlacht bei Bad Kissingen

Seine königliche Majestät lassen den Gemeindevorsteher hierfür die allerhöchste Anerkennung ausdrücken.“ Weiter: „München, den 17. Februar 1867.“ Adressiert ist das Schreiben „Auf seiner königlichen Majestät allerhöchsten Befehl“ an den Gemeinde-Vorsteher Fehler zu Sennfeld.

Die Urkunde war bis vor Kurzem im Besitz einer anderen Sennfelder Familie, die durch Heirat mit der Familie Fehler verbunden ist.

Zu der Schlacht bei Kissingen und der anschließenden Quartiersuche in Sennfeld ist zu sagen, dass die preußische Mainarmee unter dem Kommando des Generals Vogel von Falckenstein (mit den Generälen Manteuffel, Göben und Beyer) im Juli 1866 etwa 54 000 Mann und 96 Geschütze zählte. Den Kern bildete das VII Korps aus Westfalen.

Die Staaten des Deutschen Bundes – Bei der Schlacht an der Fränkischen Saale vertreten durch bayerische Truppen – hatten sich während des gesamten Kriegsverlaufs nicht auf eine einheitliche Kriegführung mit gemeinsamen Schlachtplan einigen können. Ihre Armeen wurden einzeln von den Preußen geschlagen – wie die Bayern (unter Befehl von Prinz Karl) bei Kissingen. Die Truppenstärke der Bayern ist nicht genau bekannt. Verschiedene Quellen gehen von 40 000 Mann aus. Neben Bayern kämpften auf der Seite Österreichs Sachsen, Württemberg, Baden, Hannover, Hessen-Darmstadt, Hessen-Kassel und Nassau. Preußen wurde von Sachsen-Coburg, Lippe und Italien unterstützt. Insgesamt standen zu Österreich zwölf bundesdeutsche Staaten, zu Preußen 18 norddeutsche Staaten. Der maßgebliche Sieg gelang den Preußen am 3. Juli 1866 gegen Österreich und Sachsen bei Königgrätz.

In Unterfranken rückte am 2. Juli 1866 die preußische Mainarmee vom Thüringer Wald kommend gegen die Bayern vor. Prinz Karl wollte von der Werra zur Fulda, um sich mit Truppen aus Württemberg, Hessen, Baden und Österreich zu vereinigen. Die Preußen stellten die Bayern jedoch bei Dermbach im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zum Gefecht. Die Bayern zogen sich daraufhin hinter die Fränkische Saale zurück. Bei Hammelburg und Kissingen kam es zu blutigen Treffen. Die Saaleübergänge erzwang Falckenstein am 10. Juli 1866.

Die Bayern erwarteten anschließend einen Vormarsch der Preußen nach Schweinfurt und Würzburg. Doch deren Mainarmee schlug am 13. Juli die Hessen bei Laufach im Spessart, zersprengte am 14. Juli bei Aschaffenburg eine österreichische Brigade und rückte am 16. Juli in Frankfurt ein. Dort wurde Edwin Freiherr von Manteuffel neuer Oberbefehlshaber der preußischen Main-armee.

Franken litten schwer

Am 24. und 25. Juli führte dieser seine Truppen bei Werbach/Tauberbischofsheim)Gerchsheim zu Gefechten. Die Bayern leisteten in der letzten Schlacht des „Bruderkriegs“ am 26, Juli bei Helmstadt/Uettingen/Roßbrunn hartnäckigen Widerstand, zogen schließlich aber nach Würzburg ab.

Ludwig II. wollte den Krieg vermeiden, wollte Bayern neutral halten, musste sich letztlich jedoch an die Seite von Österreich stellen. Auch weil Ludwig II nur eine schlecht gerüstete Armee hatte und selbst in der Kriegsführung unbedarft war, soll er an Rücktritt gedacht haben.

Da Franken unter dem Krieg schwer gelitten hatte, sahen sich König und Regierung alsbald nach Kriegsende veranlasst, das Volk zu beschwichtigen. Ludwig II. ging auf seine einzige offizielle Dienstreise während seiner Regentschaft nach Franken.

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