10.000 in Bitterfeld müssen sofort Häuser verlassen

Über das Hochwasser in Deutschland berichten Peter Issig und Inga Catharina Thomas (Bayern) und Kerstin Rottmann (Berlin).

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9.01 Uhr: Hitzacker wird später evakuiert

Anders ist die Lage in Norddeutschland. Aus Hitzacker kommen gute Nachrichten: Die angekündigte Räumung der Stadtinsel (knapp 200 Bewohner) bis Samstagmorgen wird nun vorerst ausgesetzt, meldet der NDR. Laut einem Stadtsprecher wird nun frühestens Sonntag geräumt. Die Lage an der Elbe hat sich in ganz Niedersachsen nach der nach
unten korrigierten Prognose für das näher kommende Hochwasser leicht
entspannt. Der Kreis Lüchow-Dannenberg rechnet dennoch mit einem Pegelstand der Elbe von 8,15 Metern.

8.47 Uhr: Pegel bei Magdeburg über sieben Meter

Das Elbhochwasser in und um Magdeburg bereitet den Helfern zunehmend Sorge, weil es so schnell steigt. Am Freitagmorgen wurde an der Strombrücke erstmals die Marke von 7,00 Meter überschritten, wie Stadtsprecher Michael Reiff mitteilte. Normal sind für die Elbe in Magdeburg knapp 2 Meter. Der Krisenstab spricht deshalb bereits über mögliche Evakuierungen. Der Hochwasserscheitel wird für Sonntag erwartet, er soll 7,20 Meter betragen. Am Freitagmorgen zeigte der Pegel allerdings schon 10 Zentimeter mehr an als prognostiziert.

8.31 Uhr: Kanu- und Paddelverbot im Spreewald

Das Hochwasser trifft nun auch den Tourismus im Spreewald. Seit dem heutigen Freitag ist dort Kanufahren und Paddeln verboten, wie der Krisenstab in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) mitteilte. Den Spreewald durchziehen unzählige Fließe auf einer Länge von zusammen 970 Kilometern, sie sind bei Wasserwanderern sehr beliebt. Die klassischen Kahnfahrten mit Berufs-Schiffern sind weiter erlaubt.

7.51 Uhr: Teile von Bitterfeld werden evakuiert

Teile von Bitterfeld und der Gemeinde Muldestausee (OT Friedersdorf) müssen ab sofort geräumt werden. Tausende Menschen wurden am Freitag aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Für sie stehen Busse bereit.

In dem Gebiet leben 10.000 Bewohner, viele von ihnen dürften das Gebiet aber schon verlassen haben. Der Grund: Wegen Sicherungsmaßnahmen am Lober-Leine-Kanal (Seelhausener See) erhöht sich die Gefahr eines Wassereinbruchs in den Goitzschesee. Sollte Wasser unkontrolliert in den See laufen, könnten Teile von Bitterfeld überflutet werden.

7.48 Uhr: “Die Lage ist ganz, ganz schwierig”

Die Situation in den Brandenburger Hochwassergebieten bleibt dramatisch. Die vom Süden her kommenden Wassermassen haben in der Nacht zum Freitag die Deiche stark belastet. Kritisch ist die Lage nach Angaben der Koordinierungsstelle Katastrophenschutz vor allem in Mühlberg (Elbe-Elster). Dort stieg das Wasser in der Nacht bis auf 9,88 Meter. Am Freitagmittag soll der Höchststand erreicht werden. Stündlich nimmt der Wasserstand um knapp einen Zentimeter zu. “Die Lage ist ganz, ganz schwierig”, sagte Wolfgang Brandt von der Koordinierungsstelle am Freitagmorgen.

7.40 Uhr: Pegel der Elbe bei Magdeburg höher als 2002

Das Wasser der Elbe steht bei Magdeburg auf 6,97 Meter und das ist ein neuer Rekord: Beim Hochwasser 2002 erreichten die Pegel “nur” 6,72 Meter. Der Scheitel der Flut wird erst für Sonntag erwartet. Normal sind für die Elbe in Magdeburg knapp 2 Meter.

7.23 Uhr: Abwasser fließt ungeklärt in die Weiße Elster

Die Flut legt auch Kläranlagen lahm: Die Abwässer von rund 20.000 Haushalten aus dem Kreis und der Stadt Greiz fließen laut einem Bericht des MDRs vollkommen ungefiltert in die Weiße Elster. Die Weiße Elster strömt hinter Greiz (Sachsen-Anhalt) nach Leipzig und von dort nach Halle, wo sie dann in die Saale mündet. Eine Sprecherin der örtlichen Stadtwerke erklärte, dass die Abwässer nicht giftig und hochverdünnt seien. Derzeit könne der Schaden, der schon seit Sonntag bestehe, nicht repariert werden.

7.09 Uhr: Bei Halle sinken die Pegel

Der Druck auf die Dämme in Halle sinkt, ist aber noch immer enorm hoch. Am Morgen ging der Pegelstand in Halle-Trotha auf 7,45 Meter zurück. Das waren fast zehn Zentimeter weniger als in der Nacht. Nach wie vor müssen der Passendorfer und der Gimritzer Damm starkem Druck standhalten. Bisher halten sie jedoch.

6.44 Uhr: Bitterfeld fürchtet die Überflutung

Bitterfeld hofft weiter auf eine Entspannung der Hochwasserlage. Laut Innenministeriums geht der Pegelstand der Mulde zwar stetig zurück, anders sei das jedoch bei der Elbe. Sorgen machen den Helfern zwei Seen, der Goitzschesee und der Seelhausener See. Es gebe einen Durchbruch zwischen den beiden Seen, der aber aktuell unter Kontrolle sei. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Seen liege bei 6,50 Metern. Sollte es hier einen größeren Durchbruch geben, könnte Bitterfeld überflutet werden.

5.51 Uhr: Lauenburg – Evakuierung vorerst ausgesetzt

Die Bewohner der Lauenburger Altstadt können zunächst einmal aufatmen. Die Flutwelle der Elbe wird nach den jüngsten Prognosen der Behörden niedriger ausfallen als zunächst befürchtet. Statt auf mehr als neun Meter soll das Wasser am Wochenende nur noch auf 8,20 Meter steigen. Der Krisenstab des Kreises Herzogtum Lauenburg hat deshalb die ursprünglich für Sonnabend geplante Evakuierung der Altstadt ausgesetzt.

5.46 Uhr: Fernverkehrsstrecken betroffen – längere Fahrzeiten

Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland führt auch zu Behinderungen im Fernbahnverkehr. Wegen Gleissperrungen im Bereich Wittenberg werden die Züge zwischen Berlin und Leipzig über Dessau umgeleitet und sind eine Stunde länger unterwegs, teilt die Deutsche Bahn mit. Auch die Fahrzeiten auf der Strecke Magdeburg-Leipzig und in der Gegenrichtung verlängern sich.

Die Bahn hat eine kostenlose Hotline zu den Auswirkungen des Hochwassers auf den Bahnverkehr eingerichtet. Bis auf weiteres erhalten Kunden unter 08000/99 66 33 rund um die Uhr aktuelle Informationen.

5.15 Uhr: Flut macht Hoteliers und Wirten zu schaffen

Erst sorgte das miese Frühjahrswetter für Verdruss bei Thüringens Hoteliers und Wirten, nun die Flut. Betriebe in den betroffenen Urlaubsregionen machen sich Sorgen und hoffen, dass sie bald wie gewohnt Gäste begrüßen können, so das Ergebnis eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. “Es gibt natürlich viel Frust”, sagt der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen (Dehoga), Lars Schütze. Auch Existenzangst gehe um. Er fordert daher für die Betroffenen schnelle Hilfen. Nötig seien rasche, günstige Kredite und gegebenenfalls die Stundung bestehender Darlehen.

5.04 Uhr: Hochwasser bedroht Hasen und Rehe

In den deutschen Hochwassergebieten sind nach Angaben von Naturschützern schon zahlreiche Wildtiere umgekommen. Die Fluten hätten vielfach frisch geborene Rehkitze mit sich gerissen, sagt die Vorsitzende des Vereins Rehkitzhilfe, Carla Winhausen. Es sei aber auch gelungen, schon mehr als 200 Rehe zu retten. Die meisten seien Jungtiere gewesen.

Nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes laufen auch massenhaft unterirdische Baue von Feldhasen und Kaninchen voll Wasser. Stark betroffen sind außerdem Vögel, die auf Wiesen brüten. Eier werden vernichtet, Jungvögel sterben.

4.50 Uhr: Sirenensignal soll vor Deichbrüchen warnen

Um die Menschen rechtzeitig vor möglichen Überschwemmungen zu warnen, will der Landkreis Lüchow-Dannenberg ein spezielles Sirenensignal für Katastrophenfälle einsetzen. Das Signal dauert eine Minute und würde bei einem Deichbruch ertönen, wie der Landkreis mitteilt. Ertönt die Sirene, sollten die Anwohner Radio oder Fernsehen einschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Die Notrufe 110 und 112 sollten aber nicht für Rückfragen genutzt werden, nur für echte Notfälle.

4.21 Uhr: Behinderung des Zugverkehrs bei Leipzig

Das Elbe-Hochwasser hat in Sachsen seinen Höhepunkt erreicht. In Dresden verharrt der Fluss stundenlang bei 8,76 Metern. In der Nacht ist die Lage stabil geblieben. Die Bahn teilt mit, dass es bei Leipzig zu Beeinträchtigungen des Zugverkehrs komme.

Auf der Strecke zwischen Magdeburg und Leipzig kommt es wegen überspülten Gleisen zu Verspätungen. Züge des Fernverkehrs halten zudem nicht an der Station Leipzig-Flughafen.

Der hohe Wasserstand halte vier bis fünf Tage an, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). “Entscheidend ist die Sicherheit der Sandsackwälle.”

Für Riesa wird an der Elbe ein Maximalpegel zwischen 9,50 und 9,70 Metern vorhergesagt, das wäre knapp über dem Wert von 9,46 Metern bei der Jahrhundertflut 2002. Die Elbbrücke und die Hafenbrücke in Riesa bleiben bis auf weiteres gesperrt. In Teilen der Stadt wurde der Strom abgestellt. Die Schulen sind geschlossen. Die Feuerwehr riet vom Auspumpen von Kellern ab, weil dadurch die Statik von Gebäuden gefährdet werden könnte.

Nach Angaben von Ulbig gab es in Sachsen bisher keine Todesopfer. Rund 16.000 Menschen wurden im Freistaat in Sicherheit gebracht – in einigen Regionen konnten Anwohner schon in ihr Zuhause zurückkehren.

3.35 Uhr: Hoffnung an der Elbe in Niedersachsen

Die Menschen an der Elbe in Niedersachsen hoffen wieder: Nachdem die Prognosen für die höchsten Pegelstände zwei Tage in Folge nach unten korrigiert wurden, setzen jetzt viele Anwohner darauf, dass es für sie diesmal doch nicht so schlimm kommt wie bisher befürchtet.

In der besonders bedrohten Kleinstadt Hitzacker sollten die rund 250 Bewohner der Altstadtinsel eigentlich schon am Freitag ihre Häuser verlassen. Nun wird frühestens am Sonntag evakuiert. “Vielleicht werden wir auch ganz verschont”, sagt ein Sprecher der Stadt.

Für Hitzacker wurde zuletzt nur noch ein Höchststand der Elbe von 7,65 Metern vorhergesagt. Das wäre knapp weniger als die bisherige Höchstmarke von 7,70 Meter. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) geht davon aus, dass in Hitzacker die Maßnahmen zum Hochwasserschutz reichen werden.

Außerdem könnte der Scheitelpunkt der Elbe in Niedersachsen eventuell schon Mitte der Woche überschritten sein, sagt ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

1.46 Uhr: Drittes Todesopfer in Sachsen-Anhalt

In den Hochwasserregionen in Sachsen-Anhalt ist ein dritter Mensch beim Kampf gegen die Fluten ums Leben gekommen. Der freiwillige Helfer wurde am Donnerstagabend in Wittenberg von einem Radlader erfasst, wie die Polizei mitteilt. Der 74 Jahre alte Mann sei auf einem Moped unterwegs gewesen, um sich ein Bild von der Lage in der bedrohten Region zu machen.

An der Einfahrt eines ehemaligen Sportplatzes, der zum Transport von Sandsäcken per Hubschrauber genutzt werde, sei er mit der Baumaschine zusammengestoßen. Der 54 Jahre alte Radladerfahrer sei beim Sandsäcketransport im Einsatz gewesen.

23.58 Uhr: Sorge um Helfer der Flutkatastrophe

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, hat sich für eine Ablösung der Hilfskräfte in den Hochwassergebieten ausgesprochen. Die Belastung der Helfer, die seit Tagen im Einsatz sind, mache auch angesichts der steigenden Temperaturen “bange”, sagt Unger am Donnerstag im ZDF im “heute Journal”. Sie müssten durch Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern ersetzt werden.

Auch die Bundeswehr sei da ein unerlässlicher Partner, betont Unger. Die Wege zu Einsätzen in Katastrophenregionen seien aber durch die Reduzierung der Standorte weiter geworden. Unger beklagt außerdem, dass die “Selbsthilfefähigkeit” der Bevölkerung “nicht ausreichend ausgebildet” sei. Die Menschen müssten auf Krisensituationen wie Hochwasser besser vorbereitet sein.

21.18 Uhr: MDR plant Spendenabend mit Promis

Der MDR will an diesem Sonntag unter dem Motto “Gemeinsam gegen die Flut” einen Spendenabend mit vielen prominenten Gästen veranstalten. So sollen beispielsweise Peter Maffay, Karat, die Puhdys und die Sängerin Christina Stürmer in der Live-Sendung auftreten.

An den Spendentelefonen sollen beispielsweise Kati Witt und der Moderator Florian Silbereisen sitzen. Auch die Ministerpräsidenten der betroffenen Länder im MDR-Sendegebiet, Stanislaw Tillich (Sachsen, CDU), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt, CDU) und Christine Lieberknecht (Thüringen, CDU), haben sich angekündigt. Inka Bause und Axel Bulthaupt werden die Sendung moderieren.

Lesen Sie hier das Hochwasser-Protokoll von Donnerstag.

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Hochwasserschutzmauern und mobile Schutzwände sollen zwar die Altstadt schützen, doch ...

Der verzweifelte Kampf gegen das Elbhochwasser

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So dringt Hochwasser in Häuser ein
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So dringt Hochwasser in Häuser ein

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